Für Rollstuhlfahrer gibt es drei feste Lösungen: den Plattformlift an der Treppe, den senkrechten Hublift für kurze Höhen und den Homelift über mehrere Etagen. Sie kosten laut ADAC und Portalen von rund 6.000 bis 50.000 Euro. Welche passt, entscheiden Höhe, Treppenbreite und Platz.
Kurz zusammengefasst
Ein normaler Sitzlift hilft Rollstuhlfahrern nur, wenn sie sicher umsteigen können und oben ein zweiter Rollstuhl steht. Sonst braucht es einen Lift, auf den der Rollstuhl mitfährt. Der Plattformlift nutzt die vorhandene Treppe, braucht aber viel Breite. Der Hublift ist ideal für Eingangsstufen bis etwa drei Meter Höhe. Der Homelift verbindet mehrere Etagen und lässt die Treppe frei, ist aber am teuersten. Die Pflegekasse zahlt ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 Euro je Maßnahme.
Welche Treppenlifte gibt es für Rollstuhlfahrer?
Für Rollstuhlfahrer kommen der schräge Plattformlift, der senkrechte Hublift und der Homelift in Frage, als mobile Lösung zusätzlich der Treppensteiger. Bei allen fährt der Rollstuhl mit, ein Umsteigen ist nicht nötig. Die Varianten unterscheiden sich in Platzbedarf, Förderhöhe und Preis deutlich.
| Lösung | Plattform (Beispiel) | Tragfähigkeit | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Plattformlift | ca. 80 × 110 cm | bis ca. 350 kg | entlang der Treppe, auch kurvig |
| Hublift | ca. 95 × 110 cm | bis ca. 360 kg | senkrecht, bis ca. 3 m |
| Homelift / Senkrechtlift | ca. 100 × 125 cm, mit Begleitperson ca. 110 × 140 cm | bis ca. 500 kg | mehrere Etagen |
Die Werte stammen von aroundhome (Portalangabe, Stand April 2025) und schwanken je nach Hersteller. Einen ausführlichen Überblick über alle Varianten gibt der Pillar Plattformlift & Rollstuhllift.
Wann ist ein Plattformlift die richtige Wahl?
Der Plattformlift passt, wenn eine ausreichend breite Treppe ein ganzes Geschoss verbindet und kein Platz für einen senkrechten Lift daneben ist. aroundhome nennt als Mindestbreite 110 Zentimeter bei geraden und 120 Zentimeter bei kurvigen Treppen, andere Portale rund 100 Zentimeter.
Der Lift fährt an einer Schiene entlang der Treppe, auch um Kurven und über Zwischenpodeste. Nach der Fahrt klappt die Plattform hoch. Der ADAC nennt für gerade Treppen 9.000 bis 15.000 Euro (Stand Januar 2026), für kurvige Treppen liegen Portalangaben bei 12.000 bis 25.000 Euro. Im Mehrfamilienhaus muss neben dem eingeklappten Lift genug Treppe frei bleiben; die Stiftung Warentest nennt 80 beziehungsweise 100 Zentimeter.
Wann ist ein Hublift besser?
Der Hublift ist meist besser, wenn nur eine kurze, gerade Höhe zu überwinden ist, etwa drei bis fünf Eingangsstufen oder der Weg auf die Terrasse. Er hebt die Plattform senkrecht an und braucht dafür eine ebene Fläche neben der Treppe statt einer breiten Treppe.
Laut ADAC kostet ein Hublift für 1 bis 3 Meter Förderhöhe 6.000 bis 15.000 Euro. Außen steigen die Preise mit der Höhe; aroundhome nennt für bis zu drei Meter rund 20.000 Euro (Stand August 2025). Die Alternative Rampe braucht viel Platz: Nach DIN 18040-2 sind höchstens 6 Prozent Steigung zulässig, für 60 Zentimeter Höhe also rechnerisch 10 Meter Rampe. Details im Artikel Hublift für Rollstuhlfahrer.
Wann lohnt sich ein Homelift?
Ein Homelift lohnt sich, wenn mehrere Etagen verbunden werden sollen, die Treppe für einen Plattformlift zu schmal ist oder mehrere Personen im Haushalt den Lift nutzen. Er kostet laut pflege.de 18.000 bis 50.000 Euro, ohne Schacht laut aroundhome rund 20.000 bis 25.000 Euro.
Ein Homelift braucht eine eigene Stellfläche, laut aroundhome rund 1,5 bis 2 Quadratmeter, und einen Deckendurchbruch, den ein Statiker prüfen muss. Dafür bleibt die Treppe vollständig frei, und neben dem Rollstuhl fahren auch Begleitperson, Einkäufe oder Wäschekorb mit. Zur Orientierung: Die Norm für barrierefreies Bauen DIN 18040-2 sieht für rollstuhlgerechte Aufzüge einen Fahrkorb von 110 × 140 Zentimetern und 90 Zentimeter lichte Türbreite vor. Mehr dazu im Artikel Homelift ohne Schacht.
Messen Sie Breite und Länge des Rollstuhls inklusive Fußstützen und Greifreifen und notieren Sie sein Gewicht. Bei Elektrorollstühlen kommt schnell ein hohes Gesamtgewicht zusammen. Geben Sie diese Daten jedem Anbieter vorab, denn Plattformgröße und Tragfähigkeit sind die häufigsten Gründe, warum ein angebotenes Modell im Alltag nicht passt.
Was ist mit Sitzlift oder mobilem Treppensteiger?
Ein Sitzlift kommt nur in Frage, wenn die Person sicher vom Rollstuhl auf den Sitz umsteigen kann; ein mobiler Treppensteiger, wenn eine geschulte Begleitperson die Fahrt übernimmt. Beide sind günstiger als ein Plattformlift, setzen aber mehr voraus.
Beim Sitzlift wird der Rollstuhl nicht mitgenommen. Oben muss deshalb ein zweiter Rollstuhl stehen oder jemand muss ihn tragen. Gerade Sitzlifte kosten laut ADAC 3.500 bis 10.000 Euro. Der mobile Treppensteiger steht im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen (Produktgruppe 18) und kann ärztlich verordnet werden. Er ist ohne Umbau einsetzbar, auch in Mietwohnungen, ersetzt aber keinen festen Lift bei täglicher, selbstständiger Nutzung. Mehr im Verzeichnis Treppensteiger mobil.
Welche Förderung gibt es für Rollstuhllifte?
Für fest eingebaute Lifte zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, bei mehreren Pflegebedürftigen bis zu 16.720 Euro. Den Rest können Sie über den KfW-Kredit 159 finanzieren, der Sollzins beginnt bei 3,28 Prozent (Stand 28.09.2026).
Der KfW-Zuschuss 455-B ist seit Ende Juli 2026 ausgeschöpft. Je nach Ursache der Behinderung kommen Unfallversicherung (§ 41 SGB VII), Integrationsamt (§ 22 SchwbAV) oder Eingliederungshilfe (§ 77 SGB IX) hinzu. Steuerlich sind § 35a EStG oder § 33 EStG möglich, nicht beides für dieselben Kosten. Die richtige Reihenfolge der Anträge erklärt der Pillar Treppenlift-Zuschuss.
Stellen Sie den Antrag bei der Pflegekasse vor der Auftragsvergabe und warten Sie die schriftliche Bewilligung ab. Die Kasse muss innerhalb von drei Wochen entscheiden, mit Gutachten innerhalb von fünf Wochen.
Welche Lösung passt zu Ihrem Budget?
Lifttyp, Etagen und Pflegegrad eingeben – der Check zeigt Preisklasse, Pflegekassen-Zuschuss und Eigenanteil.
Unsere Einschätzung
Viele Familien suchen nach einem „Treppenlift für den Rollstuhl“ und landen automatisch beim Plattformlift. Nach den Quellen ist das nicht immer die beste Wahl. Bei Eingangsstufen ist der Hublift oft kompakter und nicht teurer, bei mehreren Etagen rückt der Homelift näher, weil ein kurviger Plattformlift mit 12.000 bis 25.000 Euro preislich bereits in die Nähe eines Homelifts ohne Schacht kommt. Hinzu kommt: Ein Plattformlift schränkt die Treppe ein, ein Homelift nicht. Lassen Sie sich deshalb mindestens zwei Liftarten anbieten, bevor Sie sich festlegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Plattformlift: 9.000–15.000 € gerade (ADAC), Treppenbreite laut Portalen ab ca. 100–120 cm.
- Hublift: 6.000–15.000 € für 1–3 m Förderhöhe (ADAC).
- Homelift: 18.000–50.000 € (pflege.de), ohne Schacht ca. 20.000–25.000 € (aroundhome).
- Rollstuhlgerechter Fahrkorb nach DIN 18040-2: 110 × 140 cm, Tür 90 cm.
- Pflegekasse bis 4.180 € je Maßnahme; KfW 455-B seit Ende Juli 2026 ausgeschöpft.
Häufige Fragen zum Treppenlift für Rollstuhlfahrer
Kann ich mit einem Elektrorollstuhl auf einen Plattformlift fahren?
Grundsätzlich ja, sofern Plattformgröße und Tragfähigkeit reichen. Portalangaben nennen für Plattformlifte bis etwa 350 Kilogramm. Prüfen Sie das Gesamtgewicht aus Person und Rollstuhl.
Wie viel Platz braucht man vor dem Lift?
aroundhome nennt als Rangierfläche mindestens rund 100 × 140 Zentimeter. Für Aufzüge sieht DIN 18040-2 vor den Türen 150 × 150 Zentimeter vor.
Zahlt die Krankenkasse einen Rollstuhllift?
Fest eingebaute Lifte in der Regel nicht, dafür ist die Pflegekasse zuständig. Mobile Treppensteiger können dagegen als Hilfsmittel von der Krankenkasse übernommen werden.
Gibt es gebrauchte Plattformlifte?
Ja, vor allem für gerade Treppen. Bei kurvigen Treppen muss die Schiene praktisch immer neu gefertigt werden. Der Pflegekassen-Zuschuss gilt laut Stiftung Warentest auch für gebrauchte Lifte.
Quellen
- aroundhome: Treppenlift für Rollstuhl, Stand 09.04.2025 (Portalangabe), aroundhome.de
- aroundhome: Hublifte, Stand 19.08.2025 (Portalangabe), aroundhome.de
- aroundhome: Senkrechtlift, Stand 18.06.2026 (Portalangabe), aroundhome.de
- ADAC: Treppenlift – Kosten, Arten, Förderung, Stand 23.01.2026, adac.de
- pflege.de: Treppenlift-Kosten, Stand 22.09.2026 (Portalangabe), pflege.de
- treppenlift-ratgeber.de: Treppenlift-Kosten, Stand 01.06.2026 (Portalangabe), treppenlift-ratgeber.de
- nullbarriere.de: DIN 18040-2 Aufzugsanlagen und Rampen, abgerufen 28.09.2026, nullbarriere.de
- Stiftung Warentest: Treppenlift – Rechtslage, Kosten, Zuschüsse, Stand 10.01.2023, test.de
- § 40 SGB XI, gesetze-im-internet.de, abgerufen 28.09.2026; KfW-Konditionenanzeiger Programm 159, Stand 28.09.2026, kfw-formularsammlung.de
Preise und Maße sind Spannen und Richtwerte aus den genannten Quellen, keine Festpreise und keine eigenen Tests. Förderbeträge ohne Gewähr, Stand September 2026. Keine Pflege-, Rechts- oder Steuerberatung.


