Aufzug im Haus nachrüsten: Möglichkeiten, Kosten und Planung

Einen Aufzug im bestehenden Haus nachzurüsten ist in vielen Einfamilienhäusern möglich, am einfachsten als Homelift ohne Schacht über ein Geschoss. Entscheidend sind ein geeigneter Standort, eine statisch geprüfte Decke und ein Stromanschluss. Die Kosten beginnen laut aroundhome bei rund 20.000 Euro.

Kurz zusammengefasst

Für das Nachrüsten gibt es vier Wege: Homelift ohne Schacht durch die Decke, Aufzug mit eigenem Schacht innen, Außenaufzug an der Fassade oder – für geringe Höhen – ein Hublift. Welcher passt, hängt von Etagenzahl, Platz und Nutzern ab. Innen ist der Einbau nach Portaleinschätzung meist ohne Baugenehmigung möglich, solange das Tragwerk unberührt bleibt. Ein Lift ohne Schacht ist laut aroundhome in drei bis vier Stunden montiert, Anlagen mit hohem Schacht brauchen sieben bis zehn Tage.

Welche Möglichkeiten gibt es, einen Aufzug nachzurüsten?

Im Bestand kommen vor allem vier Lösungen infrage: Homelift ohne Schacht, Aufzug mit Schacht innen, Außenaufzug und Hublift. Sie unterscheiden sich in Förderhöhe, Bauaufwand und Preis. Für eine Person, die sicher sitzen kann, ist zusätzlich der Treppenlift eine Alternative.

Lösung Typischer Einsatz Preis laut Quelle
Homelift ohne Schacht 1 Geschoss, bis ca. 3 m ca. 20.000–25.000 € (aroundhome, 06/2026)
Aufzug mit Schacht innen 1 Geschoss oder mehr ca. 25.000–35.000 € für 1 Geschoss (aroundhome, 06/2026)
Außenaufzug wenn innen kein Platz ist ca. 30.000–45.000 € für 2 Geschosse (aroundhome, 06/2026)
Hublift Hauseingang, Terrasse, Halbgeschoss 6.000–15.000 € bei 1–3 m (ADAC, 01/2026)

Alle Preise sind Spannen aus Portalen bzw. Marktübersichten, keine Festpreise. Die vollständige Kostenaufstellung mit Nebenkosten steht im Beitrag Hauslift Kosten 2026, die Grundlagen zu Bauarten im Pillar-Beitrag Homelift im Einfamilienhaus.

Wo lässt sich ein Aufzug im Haus unterbringen?

Geeignet ist eine Stelle, an der die Decke ohne tragende Unterzüge und Leitungen durchbrochen werden kann und auf jeder Etage genug Bewegungsfläche vor dem Lift bleibt. Häufig genutzt werden Treppenaugen, Abstellräume, Flurecken oder übereinanderliegende Nebenräume.

Ein Homelift ohne Schacht braucht laut aroundhome eine Grundfläche von mindestens rund 0,8 bis 2 Quadratmetern. Für Rollstuhlnutzer sind die Anforderungen deutlich höher: aroundhome nennt als Mindest-Innenmaß 100 × 125 Zentimeter für eine Person allein und 110 × 140 Zentimeter mit Begleitperson, dazu eine Türbreite von mindestens 90 Zentimetern und eine Bewegungsfläche von 100 × 140 Zentimetern vor dem Lift.

Welche Standorte eignen sich besonders?

  • Treppenauge: Liegt die Öffnung bereits vor, entfällt ein Deckendurchbruch; das Treppenauge muss aber groß genug sein.
  • Übereinanderliegende Abstellräume: Der Lift verschwindet hinter einer Tür, Wohnräume bleiben unverändert.
  • Wohnraumecke: Oft einfach umsetzbar, verändert aber die Raumwirkung.
  • Außenwand: Wenn innen kein Platz ist, siehe Aufzug außen am Haus nachrüsten.
Praxis-Hinweis: Grundriss vor dem ersten Termin vorbereiten

Legen Sie die Grundrisse beider Etagen übereinander und markieren Sie zwei bis drei mögliche Standorte. Tragen Sie ein, wo Heizungs-, Wasser- und Elektroleitungen verlaufen, soweit bekannt. Mit dieser Vorarbeit kann ein Anbieter beim Vor-Ort-Termin schneller einschätzen, welcher Standort baulich und preislich am sinnvollsten ist.

Welche baulichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Nötig sind eine statische Freigabe für den Deckendurchbruch, ein Stromanschluss, eine kleine Grube oder Auffahrrampe sowie genügend Kopfhöhe im oberen Geschoss. Ein Homelift ohne Schacht kommt laut aroundhome mit einer Grube von 5 bis 10 Zentimetern aus.

  • Statik: Ein Statiker prüft, ob und wo die Decke geöffnet werden kann. aroundhome nennt für das Gutachten 500 bis 1.000 Euro.
  • Durchbruch: Für eine Etage 2.200 bis 3.000 Euro, dazu Schuttentsorgung (aroundhome).
  • Förderhöhe: Ohne Schacht sind rund 3 Meter üblich, mit Aufzugsschacht bis etwa 20 Meter.
  • Tragfähigkeit: Ohne Schacht 150 bis 360 Kilogramm, mit Schacht bis 500 Kilogramm (aroundhome).

Welche Normen und Regeln gelten für Aufzüge im Einfamilienhaus?

Homelifte mit höchstens 0,15 Metern pro Sekunde fallen unter das Maschinenrecht und die Norm DIN EN 81-41, schnellere Anlagen unter die Aufzugsrichtlinie. Ab 20. Januar 2027 gilt statt der Maschinenrichtlinie die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230 für neu in Verkehr gebrachte Maschinen.

Für Sie als Bauherr bedeutet das vor allem: Fragen Sie nach CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung des Herstellers. Die Norm DIN EN 81-41 regelt senkrechte Plattformaufzüge für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Eine wiederkehrende Prüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle betrifft nach der Betriebssicherheitsverordnung Anlagen mit gewerblichem oder wirtschaftlichem Bezug; bei reiner Eigennutzung eher nicht, bei Vermietung möglicherweise schon – das sollten Sie vorab klären.

Wichtiger Hinweis

Ob ein innenliegender Einbau verfahrensfrei ist, regelt die Bauordnung Ihres Bundeslandes. Greift der Durchbruch in tragende Bauteile ein oder ändert sich der Brandschutz, kann eine Genehmigung nötig sein. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.

Wie läuft das Nachrüsten Schritt für Schritt ab?

Der Ablauf reicht von der Bedarfsklärung über Statik, Angebote und Förderantrag bis zur Montage, die beim Lift ohne Schacht laut aroundhome nur drei bis vier Stunden dauert. Die Vorarbeiten nehmen meist deutlich mehr Zeit in Anspruch als der Einbau selbst.

  1. Bedarf klären: Wer nutzt den Lift, mit Rollstuhl oder Rollator, wie viele Etagen?
  2. Standort und Statik: Vor-Ort-Termin mit Anbieter, Statiker einbinden.
  3. Angebote vergleichen: Mindestens zwei, mit klarer Abgrenzung der Bauarbeiten.
  4. Förderung beantragen: Pflegekasse bis 4.180 Euro, KfW-Kredit 159 bis 50.000 Euro – beides vor Auftragsvergabe.
  5. Vorarbeiten: Durchbruch, Elektro, gegebenenfalls Grube.
  6. Montage und Einweisung: ohne Schacht Stunden, mit hohem Schacht laut aroundhome sieben bis zehn Tage.

Welche Förderung gibt es fürs Nachrüsten?

Die Pflegekasse zahlt ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, die KfW finanziert über den Kredit 159 bis 50.000 Euro je Wohneinheit ab 3,28 Prozent Sollzins (Stand 28.09.2026). Der KfW-Zuschuss 455-B ist seit Ende Juli 2026 ausgeschöpft.

Einige Länder ergänzen das, etwa Bayern mit einem leistungsfreien Darlehen bis 10.000 Euro. Alle Programme stehen im Förder- und Anbieterverzeichnis; den Kredit beschreibt der Eintrag KfW 159.

Lohnt sich der Aufzug für Ihr Haus?
Lifttyp, Etagen und Pflegegrad eingeben – der Check zeigt Preisklasse, Zuschuss und Eigenanteil.

Zum Förder- & Kosten-Check

Unsere Einschätzung

Beim Nachrüsten entscheidet der Standort mehr als das Modell. Die Liftpreise liegen je nach Bauart in einer überschaubaren Spanne, die Baustelle drumherum dagegen nicht: Ein Durchbruch an ungünstiger Stelle, verlegte Leitungen oder fehlende Bewegungsfläche vor der Tür verteuern das Projekt und verlängern es. Wer vor dem ersten Angebot zwei, drei Standorte prüft und den Statiker früh einbindet, hat die größte Stellschraube in der Hand. Und für ein einziges Geschoss lohnt der ehrliche Vergleich mit einem Plattform- oder Sitzlift, bevor die Decke geöffnet wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Homelift ohne Schacht: ca. 20.000–25.000 € für 1 Geschoss, Grube 5–10 cm (aroundhome).
  • Mit Schacht innen: ca. 25.000–35.000 € für 1 Geschoss.
  • Rollstuhl: mindestens 100 × 125 cm Innenmaß, Tür mindestens 90 cm breit.
  • Montage ohne Schacht 3–4 Stunden, mit hohem Schacht 7–10 Tage.
  • Förderung: Pflegekasse bis 4.180 €, KfW 159 bis 50.000 € Kredit.

Häufige Fragen zum Aufzug-Nachrüsten

Kann man in jedes Haus einen Aufzug einbauen?

Nicht in jedes, aber in viele. Scheitert es innen an Platz oder Statik, bleibt oft ein Außenaufzug. Bei nur einem Geschoss und geringer Höhe kann ein Hublift genügen.

Braucht ein Aufzug im Haus einen Schacht?

Nicht zwingend. Ein Homelift ohne Schacht fährt durch eine Deckenöffnung und ist laut aroundhome für rund 3 Meter Förderhöhe ausgelegt. Für mehrere Etagen ist ein Schacht üblich.

Wie laut ist ein Homelift?

aroundhome nennt für hydraulische Homelifte etwa 40 bis 45 Dezibel. Das Verwaltungsgericht München hielt Fahrgeräusche moderner Aufzüge in einem Nachbarstreit 2021 für wohngebietsüblich.

Wie viel Strom braucht ein Aufzug im Haus?

aroundhome beziffert den Verbrauch auf rund 85 Kilowattstunden im Jahr, bei 24 Cent je Kilowattstunde etwa 20 Euro.

Quellen

Preise sind Spannen aus den genannten Quellen, keine Festpreise. Förderbeträge ohne Gewähr, Stand September 2026. Keine Pflege-, Rechts- oder Steuerberatung.