Ein Homelift ist ein kompakter Personenaufzug für das Einfamilienhaus und kostet inklusive Einbau meist 18.000 bis 50.000 Euro. Modelle ohne Schacht beginnen laut aroundhome bei rund 20.000 bis 25.000 Euro, mit Schacht innen bei 25.000 bis 35.000 Euro für eine Etage. Außenaufzüge an der Fassade liegen meist darüber.
Kurz zusammengefasst
Der Homelift, auch Hauslift genannt, bringt Personen senkrecht zwischen den Etagen – mit Rollator, Rollstuhl oder Einkäufen, und ohne die Treppe zu blockieren. Viele Modelle fallen als Hebebühne unter die Norm DIN EN 81-41 und fahren langsam, laut Anbieterangaben bis 0,15 Meter pro Sekunde. Innen braucht es meist einen Deckendurchbruch, den ein Statiker prüfen muss; außen fast immer eine Baugenehmigung. Die Pflegekasse zahlt ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 Euro, finanzieren lässt sich der Rest über den KfW-Kredit 159.
Was ist ein Homelift?
Ein Homelift ist ein kleiner Aufzug für private Wohnhäuser, der eine Plattform oder Kabine senkrecht zwischen zwei oder mehr Etagen bewegt. Im Unterschied zum klassischen Aufzug kommt er oft ohne gemauerten Schacht und mit geringer oder ohne Grube aus und lässt sich nachträglich in ein bestehendes Haus einbauen.
Die Begriffe Homelift, Hauslift und Senkrechtlift werden im Markt weitgehend synonym verwendet. Technisch gibt es zwei Welten: langsame Hebebühnen nach DIN EN 81-41, die unter das Maschinenrecht fallen, und schnellere Aufzüge nach der Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU. Laut Anbieterangaben liegt die Grenze bei einer Geschwindigkeit von 0,15 Metern pro Sekunde. Die meisten Homelifte fürs Einfamilienhaus gehören zur ersten Gruppe.
Welche Homelift-Varianten gibt es?
Es gibt drei Hauptvarianten: Homelift ohne Schacht, Homelift mit Schacht im Haus und Außenaufzug an der Fassade. Sie unterscheiden sich in Bauaufwand, Komfort, Platzbedarf und Preis.
| Variante | Bauaufwand | Preisspanne | Quelle, Stand |
|---|---|---|---|
| Homelift ohne Schacht | Deckendurchbruch, eigene Führung | ca. 20.000–25.000 € | aroundhome, 18.06.2026 |
| Homelift mit Schacht, innen, 1 Etage | Schacht oder Schachtgerüst | ca. 25.000–35.000 € | aroundhome, 18.06.2026 |
| Außenaufzug, 2 Etagen | Fundament, Fassadendurchbrüche | ca. 30.000–45.000 € | aroundhome, 18.06.2026 |
| Homelift allgemein | je nach Variante | 18.000–50.000 € | pflege.de, 04.09.2025 |
| Außenlift allgemein | je nach Variante | 25.000–150.000 € | pflege.de, 04.09.2025 |
Alle Werte sind Portalangaben inklusive Einbau. Für kleine Höhen, etwa die Stufen zum Hauseingang, ist ein Hublift mit 6.000 bis 15.000 Euro laut ADAC die günstigere Alternative.
Ohne Schacht
Der Lift fährt durch eine Öffnung in der Geschossdecke und bringt seine Führung mit. Vorteil: weniger Bauarbeiten, kürzere Montage. Nachteil: offene oder halboffene Kabine, meist geringere Tragfähigkeit – laut aroundhome etwa 150 bis 360 Kilogramm.
Mit Schacht
Eine geschlossene oder verglaste Kabine fährt in einem eigenen Schacht, der gemauert oder als Stahl-Glas-Konstruktion geliefert wird. Das ist ruhiger und komfortabler, oft passen Rollstuhl und Begleitperson hinein. Die Tragfähigkeit reicht laut aroundhome bis etwa 500 Kilogramm.
Außen am Haus
Ein Außenaufzug kostet keinen Wohnraum, verlangt aber Fundament, Wetterschutz und neue Durchbrüche in der Fassade. Er ist nach Einschätzung von aroundhome fast immer baugenehmigungspflichtig.
Was kostet ein Homelift im Einfamilienhaus?
Ein Homelift kostet inklusive Einbau meist 18.000 bis 50.000 Euro; einfache Modelle ohne Schacht beginnen bei rund 20.000 Euro. Den Preis bestimmen Förderhöhe, Zahl der Haltestellen, Kabinengröße, Türen, Innen- oder Außenmontage und die nötigen Bauarbeiten.
Neben dem Lift selbst fallen häufig Nebenkosten an, die in Angeboten nicht immer enthalten sind:
- Statik: Prüfung und gegebenenfalls Verstärkung der Geschossdecke beim Durchbruch.
- Rohbauarbeiten: Deckendurchbruch, Grube, Fundament bei Außenanlagen, Fassadenöffnungen.
- Elektroanschluss: eigener Stromkreis nach Herstellervorgabe.
- Genehmigung: Bauantrag und Planungskosten bei Außenaufzügen.
- Wartung: jährliche Inspektion, Konditionen im Wartungsvertrag.
Fragen Sie jeden Anbieter ausdrücklich, welche dieser Positionen im Preis enthalten sind. Die Gesamtübersicht aller Liftarten finden Sie im Beitrag Treppenlift Kosten 2026.
Beim Homelift ist der Lift oft nur die halbe Rechnung. Deckendurchbruch, Brandschutz, Putz- und Malerarbeiten, Bodenbelag an der Öffnung und die Elektroinstallation übernehmen je nach Angebot der Liftanbieter oder separate Handwerker. Lassen Sie sich vor der Auftragsvergabe schriftlich geben, wer welche Gewerke verantwortet – sonst fallen die Schnittstellen zwischen Liftmontage und Rohbau auf Sie zurück.
Welche baulichen Voraussetzungen braucht ein Homelift?
Ein Homelift braucht eine Aufstellfläche auf jeder Etage, eine tragfähige Decke oder einen eigenen Schacht, einen Stromanschluss und – je nach Modell – eine kleine Grube. Vor einem Deckendurchbruch muss ein Statiker die Geschossdecke prüfen.
- Platz: Grundfläche für Plattform oder Kabine plus Bewegungsfläche vor der Tür, bei Rollstuhlnutzung deutlich mehr.
- Decke: Durchbruch an einer Stelle ohne tragende Unterzüge und Leitungen, statische Freigabe.
- Förderhöhe: bestimmt Modell und Preis; bei Hubliften nennt der ADAC 1 bis 3 Meter als typische Spanne.
- Grube: Manche Homelifte kommen mit einer sehr flachen Grube oder einer Auffahrrampe aus, klassische Aufzüge brauchen eine tiefere Grube – das Datenblatt nennt den Wert.
Braucht ein Homelift eine Baugenehmigung?
Innen ist der Einbau nach Einschätzung von aroundhome meist verfahrensfrei, solange nicht in das Tragwerk eingegriffen wird. Ein Außenaufzug an der Fassade ist fast immer genehmigungspflichtig. Die Regeln stehen in der jeweiligen Landesbauordnung – fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.
Muss ein privater Homelift vom TÜV geprüft werden?
Die Prüfpflicht durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) nach Betriebssicherheitsverordnung betrifft Anlagen, die gewerblichen oder wirtschaftlichen Zwecken dienen oder durch die Beschäftigte gefährdet werden können. Ein ausschließlich selbst genutzter Homelift im Einfamilienhaus fällt nach unserer Lesart eher nicht darunter; bei Vermietung oder im Mehrfamilienhaus kann es anders sein. Klären Sie das mit dem Anbieter und im Zweifel mit einer ZÜS.
Unsere Einordnung zur Prüfpflicht ist keine Rechtsberatung. Wer einen Teil des Hauses vermietet, etwa eine Einliegerwohnung, sollte vor dem Einbau verbindlich klären, ob der Lift als überwachungsbedürftige Anlage gilt – das hat Folgen für Prüffristen und laufende Kosten.
Homelift oder Treppenlift – was passt besser?
Der Treppenlift ist deutlich günstiger, der Homelift flexibler: Er transportiert Rollstuhl, Rollator und Lasten und lässt die Treppe frei. Bei einer Person, die sicher umsteigen kann, und einer Etage reicht meist der Treppenlift; bei Rollstuhl, mehreren Etagen oder mehreren Nutzern spricht vieles für den Homelift.
| Kriterium | Treppenlift (Sitzlift) | Homelift |
|---|---|---|
| Preis inkl. Einbau | 3.500–17.000 € | 18.000–50.000 € |
| Rollstuhl | nein (nur Plattformlift) | ja, je nach Modell |
| Treppe frei für andere | eingeschränkt | ja |
| Bauaufwand | gering, Schiene auf den Stufen | mittel bis hoch |
| Norm | DIN EN 81-40 | DIN EN 81-41 bzw. Aufzugsrichtlinie |
Welche Bauform beim Treppenlift passt, erklärt der Treppenlift-Ratgeber. Für Rollstuhlnutzer lohnt zusätzlich der Vergleich mit dem Plattformlift.
Welche Förderung gibt es für einen Homelift?
Die Pflegekasse zahlt ab Pflegegrad 1 bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, der KfW-Kredit 159 finanziert bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Der KfW-Zuschuss 455-B ist seit Ende Juli 2026 ausgeschöpft. Landesprogramme und Steuerermäßigungen können hinzukommen.
Gemessen an Homelift-Preisen deckt der Pflegekassen-Zuschuss nur einen kleineren Teil. Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, kann er sich auf bis zu 16.720 Euro erhöhen. Für die Restfinanzierung ist der KfW-Kredit 159 das zentrale Instrument – der Sollzins lag laut KfW ab dem 28.09.2026 bei 3,28 bis 4,09 Prozent, je nach Laufzeit und Zinsbindung. Alle Wege und die richtige Reihenfolge stehen im Beitrag Treppenlift Zuschuss 2026, der für Homelifte genauso gilt.
Homelift-Kosten nach Zuschuss abschätzen
Homelift wählen, Pflegegrad und Zahl der Pflegebedürftigen eintragen.
Wie läuft die Planung eines Homelifts ab?
Die Planung dauert länger als beim Treppenlift: Standort festlegen, Statik und Genehmigung klären, Angebote vergleichen, Förderung beantragen, dann Bau und Montage. Rechnen Sie Genehmigungs- und Lieferzeiten von Anfang an ein.
- Standort suchen: Wo lässt sich eine Öffnung in allen Etagen ohne Eingriff in tragende Bauteile anlegen? Treppenauge, Abstellraum oder Außenwand?
- Vor-Ort-Termin: mindestens zwei Anbieter, identischer Standort und identische Anforderungen.
- Statik und Baurecht: Statiker für den Durchbruch, bei Außenanlagen Bauantrag.
- Förderung: Pflegekasse und KfW vor Auftragsvergabe beantragen.
- Bau und Montage: Gewerke klar zuordnen, Abnahme und Einweisung dokumentieren.
Anbieter von Homeliften in Deutschland sind unter anderem Lifta, TK Home Solutions, HIRO LIFT, Aritco, Cibes, LIFTON und Garaventa. Die Nennung ist eine Marktübersicht ohne Wertung; eigene Produkttests haben wir nicht durchgeführt.
Unsere Einschätzung
Der Homelift wird meist mit dem Treppenlift verglichen – und verliert dann beim Preis. Der passendere Vergleich ist oft ein anderer: Homelift gegen Umzug oder gegen den Umbau des Erdgeschosses zum Wohnbereich. Beide Alternativen kosten schnell ähnliche Summen, verändern aber das Leben im Haus stärker. Wer ohnehin eine Sanierung plant, kann den Deckendurchbruch und die Elektroarbeiten in diese Baustelle integrieren und spart doppelte Arbeit. Ein ehrlicher Blick auf die nächsten zehn Jahre hilft bei der Entscheidung mehr als der reine Anschaffungspreis.
Das Wichtigste in Kürze
- Homelift inkl. Einbau: meist 18.000–50.000 €, ohne Schacht ab ca. 20.000–25.000 €.
- Mit Schacht innen, 1 Etage: ca. 25.000–35.000 €; Außenaufzug 2 Etagen: ca. 30.000–45.000 €.
- Viele Modelle sind Hebebühnen nach DIN EN 81-41 mit bis zu 0,15 m/s.
- Deckendurchbruch nur mit Statiker, Außenaufzug fast immer mit Baugenehmigung.
- Förderung: Pflegekasse bis 4.180 €, KfW-Kredit 159 bis 50.000 € je Wohneinheit.
Häufige Fragen zum Homelift
Wie viel Platz braucht ein Homelift?
Das hängt von Modell und Nutzung ab. Kompakte Plattformen für eine Person brauchen wenig Grundfläche, rollstuhlgerechte Kabinen deutlich mehr – inklusive Bewegungsfläche vor der Tür. Die genauen Maße nennt der Anbieter nach Aufmaß.
Wie schnell fährt ein Homelift?
Homelifte, die als Hebebühne nach DIN EN 81-41 gelten, fahren laut Anbieterangaben höchstens 0,15 Meter pro Sekunde. Für eine Geschosshöhe von rund drei Metern sind das etwa 20 Sekunden.
Kann man einen Homelift nachträglich einbauen?
Ja, genau dafür sind Homelifte konzipiert. Voraussetzung sind ein geeigneter Standort und die statische Freigabe für den Deckendurchbruch oder – außen – eine Baugenehmigung.
Zahlt die Pflegekasse einen Homelift?
Sie zahlt bis zu 4.180 Euro je Maßnahme ab Pflegegrad 1, bei mehreren Pflegebedürftigen bis zu 16.720 Euro. Den Rest finanzieren viele über den KfW-Kredit 159.
Was kostet die Wartung eines Homelifts?
Belastbare Durchschnittswerte für Homelifte haben wir nicht gefunden. Lassen Sie sich die Wartungskosten im Angebot verbindlich nennen und vergleichen Sie Reaktionszeit und Ersatzteilpreise.
Quellen
- aroundhome: Senkrechtlift – Kosten, Varianten, Stand 18.06.2026 (Portalangabe), aroundhome.de
- pflege.de: Treppenlift- und Homelift-Kosten, Stand 04.09.2025 (Portalangabe), pflege.de
- ADAC: Treppenlift und Hublift, Stand 23.01.2026, adac.de
- DIN EN 81-41:2025, webstore.ansi.org
- Betriebssicherheitsverordnung, Anhang 2, gesetze-im-internet.de; § 2 ÜAnlG, gesetze-im-internet.de
- Bundesgesundheitsministerium: Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Stand 14.09.2026, bundesgesundheitsministerium.de
- KfW-Konditionenanzeiger, Stand 28.09.2026, kfw-formularsammlung.de
Preise sind Portal- und Marktangaben als Spannen, Stand September 2026. Keine Rechts- oder Bauberatung – verbindlich sind Statiker, Bauamt und Angebot nach Aufmaß.